Mystische Orte

Avalon

Avalon ist ein mystischer Ort, der aus der Artussage bekannt ist. Auch bekannt als Ynis Avalach, was so viel bedeutet wie Apfelinsel (auf Walisisch = Ynys yr Afallon = Insel der Äpfel). Demnach war Avalon der Aufenthaltsort des Königs Artus nach seiner Verwundung.

Avalon wird als ein im „Nebel verborgener“ Ort in Britannien  beschrieben. Die Ankunft auf Avalon sei nur Eingeweihten möglich, welche die Macht haben, die heilige Barke zu rufen, und den Weg durch die Nebel zu finden. Alle anderen erreichten die Abtei von Glastonbury. Als „Übergangspforte“ wird im Volksglauben oft auch der Glastonbury Tor angesehen. Der Ort Glastonbury  in England erhebt daher den Anspruch, das sagenhafte Avalon zu sein. Man kann dort, sozusagen als Beweis, das angebliche Grab von König Artus und seiner Gattin Guinevere besichtigen, ebenso wie weitere Gräber anderer Heiliger.

Während meiner Südengland-Rundreise 2008 war ich auch in Glastonbury und in der Abtei und habe dort das angebliche Grab von Arthur und seiner Frau gesehen. Ich mächte gerne glauben, dass sie dort wirklich begraben sind, aber wer weiß das schon?

Aber eines ist klar: Glastonbury ist ein Paradies für Esoteriker und Anhänger des Mystischen, es gibt kaum einen Laden der nicht etwas zu diesem Thema verkauft. Früher nannte man es New Age. 

 

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Die Externsteine

Die Externsteine sind eine markante Sandstein-Felsformation im Teutoburger Wald und als solche eine herausragende Natursehenswürdigkeit Deutschlands. Innerhalb Nordrhein-Westfalens im Kreis Lippe gelegen gehören sie zu Horn-Bad Meinberg.
Bereits 1926 wurden die Externsteine als „eines der ältesten und bedeutendsten Naturschutzgebiete im Kreis Lippe“ unter Schutz gestellt. Heute wird das noch etwa 127 ha große „Naturschutzgebiet Externsteine“ vom Landesverband Lippe unterhalten, der auch Eigentümer der Felsen ist. Die Felsen selbst stehen gleichzeitig unter Kultur- und Naturdenkmal-Schutz.

Gesichert sind aus dem direkten Umfeld der Felsen archäologische Funde aus der Altsteinzeit (um 10.000 v. Chr.) und Mittelsteinzeit, insbesondere Feuerstein-Spitzen und -Abschläge, die allerdings nur belegen können, dass die damaligen Menschen die Steingruppe aufgesucht haben, aus welchen Gründen ist den Relikten nicht zu entnehmen. Keine gesicherten Belege aus Funden gibt es hingegen für menschliche Nutzungen in der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit.
Der genaue Zeitpunkt für den Beginn der kultisch-spirituell-religiösen Nutzung der Externsteine durch Menschen konnte bisher nicht eindeutig bestimmt werden. Zuweilen wurde die Ansicht geäußert, dass zahlreiche Arbeiten an den Externsteinfelsen nur mit Steinwerkzeugen entstanden sein können, also aus der frühen Menschheitsgeschichte stammen könnten. Die meisten Wissenschaftler verweisen jedoch darauf, dass bei archäologischen Grabungen bisher keine nennenswerten Fundstücke aus Zeiten vor dem 10./11. Jahrhundert geborgen wurden, weshalb sie von einer intensiveren Nutzung durch den Menschen erst seit dieser Zeit ausgehen.

In unmittelbarer Umgebung der Steine befinden sich heute auch noch mehrere Hohlwege, die oft fälschlich als Reste von „Römerwegen“ bezeichnet werden. Die Ursprünge dieser Relikte historischer Verkehrsbeziehungen liegen aber mit Sicherheit nicht bei den Römern. Ob sie bereits in prähistorischer Zeit oder erst im Mittelalter entstanden kann derzeit nicht entschieden werden. Bekannt sind hingegen keltische Höhenfestungen entlang des gesamten Teutoburger Waldes, sodass die Externsteine als bekannt anzunehmen sind.
Die Mönche umliegender Klöster, vielleicht auch aus Paderborn, waren höchstwahrscheinlich die Urheber architektonischer und gestalterischer Arbeiten an den Externsteinen und in ihrem Umfeld. Die nicht kunsthistorisch datierbaren Gebilde, wie z.B. des Felsengrabes (Arkosol) und der oberen Kapelle (Felsen 2), die in der kunsthistorischen Forschung oft, in Anlehnung an die abdinghofer Besitzansprüche, als Nachbauten der Grabheiligtümer von Jerusalem interpretiert werden, sind vielleicht ebenfalls mittelalterlich und von Mönchen beauftragt. Die Höhlen in den Sandsteinfelsen wurden als Eremitage genutzt. In der Hauptgrotte, manchmal auch untere Kapelle genannt, findet sich eine Weihinschrift mit der Jahreszahl 1115. Auch ihre Echtheit ist umstritten. Das bekannte in den Grottenstein gemeißelte Kreuzabnahmerelief wird jedoch von der kunsthistorischen Forschung, nach der fälligen Neubewertung in den 1950er-Jahren, an der sich Otto Schmitt, Fritz Saxl und Otto Gaul beteiligten, in die Zeit zwischen 1130 und 1160 datiert.
Von verschiedenen im weitesten Sinne esoterischen Gruppen werden die Externsteine als „Kraftort“ mit außergewöhnlichen geomantischen und spirituellen Eigenschaften angesehen. Speziell in der neuheidnischen Szene werden die Daten der ersten kultischen Nutzung als zu spät angezweifelt und lediglich die Übernahme einer älteren Kultstätte durch die Christen wird in Erwägung gezogen.
Festivalartig finden in jedem Jahr zur Walpurgisnacht und Sommersonnenwende die deutschlandweit größten, informell organisierten Treffen vieler Gruppen und Einzelpersonen aus dem esoterischen Spektrum statt. In kleinerem Rahmen finden Treffen auch an anderen Terminen statt. Ab 2010 sind zur Walpurgisnacht und zur Sommersonnenwende Zelte, Alkohol und Lagerfeuer verboten. Das Alkoholverbot wurde zur Walpurgisnacht allerdings nicht durchgesetzt.

Ich war selbst dort und muss sagen, es ist schon ein sehr beeindruckender und mystischer Ort.

 

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Burg Frankenstein

Was bringt eine junge Frau wie Mary Shelley dazu, eine Schauergeschichte wie „Frankenstein“ zu schreiben? Über einen Menschen, der aus Leichenteilen selbst einen Menschen erschafft und sich damit über Gott erhebt? Das habe ich mich gefragt, als wir am Wochenende Burg Frankenstein bei Darmstadt besucht haben.

Dazu gibt es zwei interessante Geschichten.

Ausschlaggebend für die Entstehung des Romans war der berühmte „Genfer Sommer“ im Jahre 1816. Diesen verbrachte Mary zusammen mit ihrem späteren Ehemann Percy Shelley, ihrer Stiefschwester Claire Clairmont, dem Dichter Lord Byron sowie dessen Leibarzt John Polidori in der Schweiz in Byrons Haus. Im Zuge eines Wettstreits um die beste Geistergeschichte schrieb Polidori „Der Vampyr“. Soweit ich weiß, hat Polidori für die Figur des Lord Ruthven den charismatischen Dichter Byron als Vorbild gesehen, dies aber nie zugegeben. Mary schrieb schließlich einen der faszinierendsten und aufregendsten Romane der englischen Literatur: „Frankenstein, der neue Prometheus“.

Aber wie kam Mary dazu? Die Gebrüder Grimm sind nicht ganz unschuldig daran. Denn sie hörten, als sie am Fuß der Burg Frankenstein Märchen sammelten, zum ersten Mal von einer Schauergeschichte, die sich um den Alchimisten, Theologen und Arzt Johann Konrad Dippel von Frankenstein rankt. Der Sage nach soll der Alchimist aus Leichenteilen und dem Blut von Jungfrauen sowie geheimen Künsten einen neuen Menschen erschaffen haben. Dieser öffnete an einem trüben nebligen Novembernachmittag seine Augen, streckte seinen Erschaffer mit einem Schlag nieder und floh in die Wälder. Dort sitzt der einsame Unhold noch heute, versucht Kinder oder Jungfrauen zu erwischen, mit denen er spielt und sie irgendwann auf Nimmerwiedersehen verschwinden lässt.

Jacob Grimm schrieb 1813 diese Schauergeschichte in einem Brief an die Übersetzerin der Märchen ins Englische, Mary Jane Clairmont. Und diese war Marys Stiefmutter. Als Mary dann 1814 zusammen mit ihrer Stiefschwester Claire und ihrem späteren Ehemann Percy Bysshe Shelley durch Deutschland reiste, besuchte sie auch den Frankenstein. Angeblich faszinierte sie die Geschichte, die ihre Stiefmutter ihr erzählte, schon damals. Und an dem geschichtsträchtigen Tag im Sommer 1816 kam ihr die Idee zu ihrem Roman. Drei Wissenschaftler sollen für Mary Shelleys Monstererschaffer Pate gestanden haben. Der Großvater des berühmten Charles Darwin, Erasmus Darwin, war einer davon. Erasmus Darwin lehrte damals an der in jener Zeit sehr berühmten Universität von Ingolstadt. Wo Mary im Roman dann auch Victor von Frankenstein studieren ließ. Man experimentierte dort zu Erasmus Darwins Zeit mit der Elektrizität sowie mit Leichen und Leichenteilen. Erasmus Darwin machte die Ingolstädter Versuche in England populär. Und folgender zweiter prominente Wissenschaftler dürfte Mary ebenfalls als Vorlage für ihren gottlosen Forscher gedient haben: Benjamin Franklin (1706 – 1790) mit seinen Versuchen zur Elektrizität. Diese Experimente waren in Marys Elternhaus besonders populär, interessierte sich doch ihr Vater, Charles Godwin, brennend für dieses Thema. Fast genauso stark wie für die Beschwörung von Leichen, die er zwingen wollte, ihm verborgene Geheimnisse zu eröffnen. Beide Interessen teilte auch Percy Bysshe Shelley.

Der dritte Mann war der bereits erwähnte Johann Konrad Dippel von Frankenstein.

Quelle: Burg Frankenstein: „Mythos, Wahrheit, Legende“ von W. Scheele

Wieviel an diesen Legenden dran ist, ist bis heute nicht sicher. Aber der Mythos der Burg Frankenstein lebt bis heute und ist ein Besuchermagnet. Ich war selbst am letzten Wochenende dort und mal abgesehen von diesen Geschichten ist es auch so ein interessantes und sehenswertes Ausflugsziel.

Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass ich das Buch selbst noch nicht gelesen habe, aber ich kenne natürlich die Filme.

 

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Der Harz

Nicht umsonst nennt man ihn den Sagen-Harz. Ich glaube, nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Mythen und Sagen wie dort. Das Bodetal mit Thale und seinem Hexentanzplatz, dem Mythenweg, der Rosstrappe und natürlich dann der Brocken. Schon auf den Hinweisschildern an der Autobahn sieht man die obligatorische Hexe auf ihrem Besen. Und in Thale hat fast jeder in seinem Garten eine Hexenfigur. Die Walpurgisnacht wird jedes Jahr am 30. April mit einem großen Umzug und anschließendem Fest gefeiert. 

Von Thale aus geht es mit einer Gondelbahn hinauf zum Felsplateau mit dem Hexentanzplatz. Von dort aus sollen die Hexen in der Walpurgisnacht dann mit ihren Besen hinüber zum Brocken fliegen. Einzelheiten dazu findet man in der sog. Walpurgishalle oben auf dem Berg.  In Thale selbst gibt es den Mythenweg. In bestimmten Abständen sieht man hier Skulpturen der germanischen Mythologie. Am Brunnen der Weisheit sieht man den Göttervater Odin. Im Park stehen sein Schlachtross Sleipnir sowie die Raben Hugin und Munin und viele andere Gestalten der Sage.

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